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Die Ressource Elfenbein

Hauptsächlich wird Elfenbein aus den Stoßzähnen von Elefanten gewonnen. Daneben gibt es auch noch solches aus Zähnen von Mammuts, Nilpferden, Wildschweinen, Walrossen, Pottwalen und Narwalen. Die verschiedenen Elfenbeinsorten weisen unterschiedliche Färbungen und Eigenschaften auf. Unter dem Mikroskop und durch spektroskopische Verfahren kann bei Elfenbeinprodukten sogar zwischen indischen und afrikanischen Elefanten unterschieden werden. Das wertvollste Elfenbein stammt vom Narwal und wurde früher mit Gold aufgewogen. Ebenfalls wertvoll ist das Walross-Elfenbein, weswegen die Walrossbestände stark dezimiert wurden.

 

Kunsthandwerk versus Tierschutz

Schon seit langer Zeit wird auch der Elefant wegen seines Elfenbeins gejagt. Die Stoßzähne von Elefantenbullen können zwei bis drei Meter lang werden. Sie bestehen zum größten Teil aus Dentin, das auch Hauptbestandteil des menschlichen Zahnes ist. Seit Jahrtausenden ist Elfenbein als Rohstoff für kunstvolle Schnitzereien, Skulpturen, Einlegearbeiten und luxuriöse Gebrauchsgegenstände begehrt. Japanische und chinesische Elfenbeinschnitzer brachten dies zu höchster Vollendung, aber auch in Deutschland waren Elfenbeinschnitzereien bekannt. Die Nachfrage nach Elfenbein ist bis heute in Ostasien am größten. In Japan wird es zum Beispiel zu repräsentativen Namenssiegeln, so genannten Hankos, verarbeitet. Der Elfenbeinhandel war lange Zeit die größte Bedrohung für den Afrikanischen Elefanten. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts gingen die Bestände drastisch zurück, von etwa 1,3 Millionen auf weniger als 400.000 Tiere. 1989 wurde der Elfenbeinhandel international verboten.

 

Elfenbein als Massenprodukt

Im 19. Jh. wurde das meiste Elfenbein für Billardbälle, Klaviaturen und Messerhefte benutzt, daneben für Bürstendeckel, Schirm- und andere Griffe, Kämme, Fächer, Lineale usw. In den Jahren 1879/83 kamen nach einer Statistik der Firma Heinr. Ad. Meyer von Westafrika durchschnittlich 284.000 kg, von Ostafrika. 564.000 kg, zusammen 848.000 kg, dagegen von Vorderindien 11.000 kg, von Rangun, Chittagong usw. 7.000 kg und von Ceylon - Sumatra 2.000 kg. Danach lag der Höhepunkt des jährlichen Weltmarkt-Durchschnittsverbrauchs in den Jahren 1879-1913 bei 848 000 kg. Davon entfielen auf Europa 535.000 kg, die sich wie folgt aufteilen: Messer- und Besteckgriffe 214.000 kg; Kämme 138.000 kg; Klaviaturen 112.000 kg; Billardbälle 42.000 kg. Der Rest von 29.000 kg entfiel auf Handgriffe für Bürsten sowie für Werkzeuge und Türschnallen, des Weiteren auf Cremetiegel, Handschuhdehner, Klöppel und andere industriell gefertigte Produkte. Die Elfenbein-Schnitzer verarbeiten in ganz Europa im jährlichen Durchschnitt nur 6.000 kg.

 

Kriminalität durch Elfenbein

Trotz des Handelsverbots von Elfenbein treiben Wilderer ihr Unwesen und der illegale Handel von Elfenbein floriert. Die Schmuggelwege für Elfenbein reichen von verschiedenen afrikanischen Ländern nach Asien, wo das "weiße Gold" fünffach höhere Preise erzielt. Vor allem nach China, Thailand und Vietnam wird das Rohelfenbein geliefert, wo es zu hochwertigen Schnitzereien verarbeitet wird. Bei einer jüngst durchgeführten Untersuchung in acht asiatischen Ländern konnten über 100.000 kg Elfenbeinschnitzereien in Geschäften endeckt werden. In Thailand werden vermutlich 80 Prozent dieser Schnitzereien verkauft - vornehmlich an Touristen und Geschäftsleute aus Europa. Deutsche gehören dabei neben Italienern und Franzosen zu den Hauptkunden für Elfenbeinschnitzereien. Dem offenen Verkauf in den Märkten und Geschäften Asiens wird seitens der Behörden tatenlos zugesehen. Schmiergeldzahlungen ermöglichen das reibungslose Passieren der Grenzen, zum Teil sind Militär und Polizei direkt in die Wilderei verwickelt. "Mit dem Wachstum der Urlauberzahlen in Südostasien wächst auch die Gefahr, dass der illegale Handel mit Elfenbein noch weiter angeheizt wird", befürchtet die PRO WILDLIFE Sprecherin.

 

Natürlicher Elfenbeinersatz

Der wichtigste Elfenbeinersatz für Elfenbein ist bei Intarsien und kleinen figürlichen Schnitzerein seit alters das Bein, d.h. Knochenmaterial. Der Hauptbestandteil der Wirbeltier-Knochen ist der Hydroxylapatit. Die chemische Zusammensetzung weist nach Alter, Gattung und Ernährungszustand starke Schwankungen auf. Die Knochen von älteren Rindern enthalten z.B. weniger Knorpelsubstanz (Ossein) und mehr Mineralsalze als die Knochen jüngerer Tiere. Knochen werden in Drechselereien, Schnitzereien und Knopffabriken zur Herstellung von Messerschalen, Stock- und Schirmgriffen, Klaviaturen, Schachfiguren, Ringen, Nadeln, Knöpfen als Elfenbeinersatz verwendet. Selbst die Schnitzer der Elfenbeinstadt Dieppe verwendeten Pferde- und Rinderknochen in großem Umfang zur Herstellung preiswerter Christus- und Heiligenfiguren. Im 19.Jh. wurden kleine Objekte auch aus "Elfenbeinnüssen" gefertigt.

Die Tagua-Nüsse, manchmal auch Elfenbeinnüsse genannt, kommen von der Elfenbeinpalme (Phytelephas Macrocarpa), wo sie in Trauben von bis zu 12 Kilogramm Gewicht wachsen. Die Palme ist in den Äquator-Regionen Mittel- und Südamerikas heimisch und gedeiht entlang des Rio Magdalena in Kolumbien. Nachdem die Nüsse geerntet worden sind, werden sie trocken und hart, geschützt durch eine krustige, muschelförmige Hülle. Bei uns ist die Tagua als Steinnuss bekannt, weil sie außerordentlich hart wird, aber sie ist keine versteinerte Frucht.

Eine mittelgroße Frucht misst etwa drei mal vier Zentimeter. Sie ist abgerundet mit vier leicht abgeflachten Seiten, einem spitz zulaufenden Ende und einem leicht konkaven Stiel-Ende, ähnlich der Einbuchtung dort wo der Apfel seinen Stiel sitzen hat. Tagua-Nuss ist gänzlich ungiftig, unmittelbar nach der Ernte ist sie sogar weich, essbar und süss. Tagua-Elfenbein als Rohmaterial wird seit über 200 Jahren gehandelt. Die Japaner schnitzen daraus seit hundert Jahren Netsuke-Figuren, und seit dem viktorianischen Zeitalter wird aus Tagua Schmuck gearbeitet. Es fand außerdem umfangreiche Verwendung in der Knopfherstellung, bis Mitte dieses Jahrhunderts Kunststoffe populär wurden. In den vergangenen Jahrzehnten fanden Kunsthandwerker Tagua-Nuss-Elfenbein geeignet für gedrehte und geschnitze Nadelbüchsen, Würfel, Fingerhüte, feine Schnitzereien und andere dauerhafte und attraktive Gegenstände.

 

         

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